textetage

Aktuelles

GEO-Beilage zur Naturinventur

Wenn Sie bitte einmal die aktuelle GEO-Ausgabe in die Hand nehmen und ein wenig schütteln möchten: Was Ihnen da entgegen fällt, ist die Sonderbeilage zum GEO-Tag der Artenvielfalt 2010. Darin erfahren Sie alles über Kuckuckskinder, das triste Leben des augenlosen Arctaphaenops muellneri in der Felswand, blau schimmernde Lichtfallen in Klostergärten sowie den verhinderten Nationalpark Steigerwald. Redaktionell betreut vom textetagen-Duo Martin Kaluza & Katja Trippel, (mit-) recherchiert von den Kollegen Barbara Schaefer und Mirco Lomoth.

 

Das perlt!

Groß, rund und sattgolden - so sehen sie aus, die begehrtesten Perlen der Welt. Katja Trippel - bislang eher nicht als Perlen-Paula bekannt - ist in die philippinische Sulu-See abgetaucht, um dort die Herkunft der natürlichen Schmuckstücke und den irren Aufwand ihrer Zucht zu recherchieren. Nachzulesen in "Monsieur Jacques und die perfekte Perle" in der September-Ausgabe von GEO. 

Tessin-Reiseführer

Barbara Schaefer war im Tessin unterwegs, nun sind die Früchte dieser Reise in Buchform erschienen. Im DUMONT-Reiseführer erzählt sie von Adula und Alpenveilchen, vom Dritten Weg auf dem Monte Veritá, von modernem Bauen, alten Weilern, Seen, Bergen und ihrem Lieblingsort, einem Grotto. Zurück im Büro beneidete sie Hermann Hesse, der sich bei dauerhaft im Tessin niedergelassen hatte und lapidar vermeldete: „Mitte Mai 1919. Meine Adresse lautet jetzt: Montagnola bei Lugano (Schweiz)“.

Studierte Spin-offs

Forschungsinstitute vermehren nicht nur das Wissen der Gesellschaft – sie können auch einen Beitrag zur volkswirtschaftlichen Wertschöpfung leisten. Akademische Ausgründungen gelten als die Paradeform der Verwertung wissenschaftlichen Wissens. Die Studien in diesem Buch führen vor, wie das Aufeinandertreffen von wissenschaftlicher und wirtschaftlicher Rationalität in den Praktiken von Spin-offs organisatorisch, pragmatisch und lebensbiografisch gelingt – oder misslingt.

Das Autorenteam arbeitet in der Forschungsgruppe Wissenschaftspolitik am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB).

Holger Braun-Thürmann, Andreas Knie, Dagmar Simon
Unternehmen Wissenschaft
Ausgründungen als Grenzüberschreitungen akademischer Forschung
März 2010, 200 S., kart., 24,80 €
ISBN 978-3-8376-1401-5
Reihe Science Studies

Lektorat: Anne Vonderstein

Muscheltaucher und der Naturpark des Präsidenten

Mirco Lomoth war auf der chilenischen Insel Chiloé unterwegs und hat eine Reisereportage über den Naturpark mitgebracht, die dem Milliardär und Staatschef Sebastian Piñera gehört.

Außerdem hat er Muscheltaucher vor Chiloé gefilmt und fotografiert. Beides ist jetzt zu sehen auf Zeit online:

"Der große Garten des Präsidenten"

"Die Fischer von Chiloé riskieren täglich ihr Leben"

 

So haben wir gelebt

"So haben wir gelebt" lautet der Titel einer Reportage von Christina Bylow über den Originalschauplatz und die Akteure des israelischen Films "Ajami".

Erschienen in: Magazin 15 der Kulturstiftung des Bundes (Frühjahr/Sommer 2010).

"Der Hölle Rache kocht in meinem Herzen"

Erkundungen zwischen Recht und Unrecht. Radiofeature von Uta Rüenauver.

Rache ist der Stoff, aus dem Liebesdramen, Krimis und Psychothriller sind. Aus Rache geschehen Morde und Kriege. Rache kann süß oder bitter, gemein, grausam, kaltblütig, blind oder billig sein. Oder auch gerecht. Im Alten Testament gibt es den rächenden Gott, im Alltag die Rache des kleinen Mannes.

Jeder kennt Rachegefühle, auch wenn nicht jeder zum Rächer wird. Nicht selten mündet Rache im Verbrechen, dabei ist sie eng mit dem Gefühl von Recht und Gerechtigkeit verbunden. Sie zielt auf Ausgleich, Genugtuung, Bestrafung. Der Wunsch nach Rache entsteht aus erlittenem Unrecht.

In archaischen Gesellschaften gab es ein persönliches Recht auf Rache, heute übernimmt der Staat die Aufgabe des Strafens. Rache zu üben ist Unrecht, sie gilt im deutschen Recht als "niederer Beweggrund". Die Zivilisation hat die Rache verbannt, doch zum Verschwinden bringen kann sie sie nicht.

Deutschlandfunk, Sendetermin 9.5.2010, 20:05.

Wir können auch kurz

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Das Ding mit dem "Z"

Die neue Ausgabe von zeo2 ist da - das Ding mit dem "z". Von und mit Autoren der Textetage. Themen im Frühling:

Titel: Die Schlachten von vorgestern

Seit Schwarz-Gelb das Land regiert, werden in der Energiepolitik alte Schützengräben ausgehoben. zeo2 meint, dass Deutschland kein neues Energiekonzept braucht, sondern den eingeschlagenen Pfad fort von Atom und Kohle konsequent weitergehen muss. Solarworld-Chef Frank Asbeck warnt im Interview vor einem "Gemetzel" bei der Kürzung der Solarförderung: "Die Absenkung ist zu massiv, und sie kommt zu früh. Das überleben nur die Besten, in Deutschland kostet das vermutlich 20.000 Arbeitsplätze."

Munteres Einschlagen und erfundene Fehler: Klimaforscher Stefan Rahmstorf, zeichnet nach wie aus zwei Fehlern im 2800 Seiten starken IPCC-Bericht eine Medienlawine von taz bis Spiegel gegen die gesamte Klimawissenschaft wurde. "Die Kampagne der letzten Wochen hat eine neue Qualität des Surrealen erreicht", schreibt Rahmstorf. Zu zwei realen Fehlern würden jetzt ständig neue Fehler hinzuerfunden.

Außerdem: Dreckige Tricks mit sauberer Energie, neue Vorwürfe gegen RWE und seine Clean Development Projekte in China ++++ Kahlschlag am Amte: Während Berlin hehre Ziele zum Schutz der Artenvielfalt verkündet, ordnen die Länder den Naturschutz immer stärker regionalen Wirtschaftsinteressen unter. ++++ Turboporsche? Nein Danke! Ausgerechnet die wichtige Käufergruppe der jungen Männer fährt nicht mehr gewohnt heftig auf Deutschlands wichtigstes Männerspielzeug ab. Laptop, I-Pad oder Smartphone sind "hipper" als polierte Kotflügel. ++++ Klimapolitik nach der Kopenhagen-Pleite ++++ Mit dem Billigauto Tata Nano durch Delhi ++++ Was will der neue Greenpeace Chef Kumi Naidoo? ++++ Die Fahrradindustrie und das Elektro-Virus...

Die Kraft des Gehens

Die ORF-Talkshow „Stöckl am Samstag“ widmet sich am 17. April (16 Uhr) dem Thema „Die Kraft des Gehens“.

Gehen um des Gehens willen, sich einfach auf die Kraft seiner eigenen Beine zu verlassen um weite Strecken zurück zu legen, sich auf die Langsamkeit, die das Gehen mit sich bringt, besinnen oder mit Hilfe des Gehens ein schweres Schicksal aufarbeiten. Die Gründe, einfach zu Fuß aufzubrechen können vielseitig sein. Die Gäste in "Stöckl am Samstag" hatten unterschiedlichste Beweggründe, sich auf das einfache Fortbewegen auf den eigenen Beinen zu entschließen.

Barbara Schaefer war zu Gast bei Barbara Stöckl.

http://tv.orf.at/program/orf2/20100417/481708601/288942/

Feindliche Ausländer

Wie mein Vater nach Australien kam. Radiofeature von Erica Fischer.

Liverpool, 10. Juli 1940: Der britische Truppentransporter Dunera sticht in See. An Bord über 2500, in Großbritannien internierte, Männer, die aus Angst der Regierung vor einer "Fünften Kolonne" zu "feindlichen Ausländern" wurden. Die meisten von ihnen jüdische Flüchtlinge, so auch Emmerich Fischer, der spätere Vater der Autorin. Während seine Frau, eine Warschauer Jüdin, in London verzweifelt auf die Briefe ihres Liebsten wartet, ist der in einem unwirtlichen Camp im australischen Outback interniert. 

Ihm bereitet sein einjähriger Aufenthalt am anderen Ende der Welt nicht nur Schmerz, sondern wird auch zum größten Abenteuer seines Lebens. Denn das mit Stacheldraht umzäunte Internierungslager war kulturell und organisatorisch eine Sehenswürdigkeit. Darüber berichten auch einige "Dunera Boys", die nach dem Krieg nichts mehr von Europa wissen wollten. Emmerich Fischer hingegen kehrt auf einem Luxusliner nach England zurück.

Deutschlandfunk, Sendetermin 13.4.2010, 19:15.

 

Deutsch. Biografie einer Sprache

Die deutsche Sprache ist bedroht, so heißt es - durch eine Flut an Anglizismen, durch mangelnde Sprachkenntnisse der Migranten, durch das rudimentäre Deutsch der Generation doof. Wird unsere Muttersprache bald zum Denglisch verkümmern und jämmerlich untergehen? Karl- Heinz Göttert meint: Nein - denn das Deutsche hat es immer vermocht, Einflüsse aus anderen Sprachen zu integrieren, ohne den eigenen Charakter zu verlieren. Mit profunder Sachkenntnis und viel Humor erzählt Göttert die spannende Biografie der deutschen Sprache, von ihren sagenumwobenen Anfängen in Germanien über den Durchbruch als Nationalsprache bis hin zur Wiederkehr der Dialekte. Das Deutsche ist nicht nur eine Sprache mit einer großen Vergangenheit und lebendigen Gegenwart, sondern auch mit einer vielversprechenden Zukunft.

Karl-Heinz Göttert Deutsch. Biografie einer Sprache
Ullstein, Berlin
400 Seiten, € 19,95 [D]
Erschienen: März 2010

Lektorat: Uta Rüenauver

Menschenrechte und Wirtschaft

Die aktuelle Ausgabe der Zeitschrift für Menschenrechte (zfmr) hat das Schwerpunktthema "Menschenrechte und Wirtschaft". In den Beiträgen geht es unter anderem um Globalisierung und den Schutz von Arbeitnehmerrechten, das Menschenrecht auf Wasser und politische Steuerung in Zeiten der Globalisierung. Der Gerechtigkeitstheoretiker Thomas Pogge von der Yale University steuerte einen Text über sein Projekt zur Verbesserung der Versorgung armer Menschen mit Medikamenten bei. Die Übersetzung des Artikels ins Deutsche stammt von Martin Kaluza.

Zeitschrift für Menschenrechte / Journal for Human Rights (zfmr), Jahrgang 3, 2009/Nr.2, Wochenschau Verlag

www.zeitschriftfuermenschenrechte.de

Hoffnungsträger 1325 (Englische Ausgabe)

Frauen sind oft die ersten Opfer von Kriegen und Konflikten. Oft sind sie aber auch die Hoffnungsträgerinnen beim Wiederaufbau kriegsversehrter Länder. Sie tragen die Last – und haben trotzdem keinerlei Mitspracherechte. Seit Oktober 2000 gibt die vom UN-Sicherheitsrat verabschiedete UN-Resolution 1325 den Weg zu einer geschlechtersensiblen Friedens- und Sicherheitspolitik vor. Doch sie hat bisher keine eigene institutionelle Kraft im UN-System und in der internationalen Staatengemeinschaft entfaltet.

Roadmap to 1325: Resolution for Gender-Sensitive Peace and Security Policies

Herausgeber: Gunda Werner Institute of the Heinrich Böll Foundation (Leverkusen: Barbara Budrich Publishers, 2010). 

Englische Fassung: Deutsche Kapitel übersetzt von Allison Brown, Sylvie Malich, Laura Radosh, und Kate Sturge. 

Übersetzte Kapitel lektoriert von Ginger A. Diekmann

"Nirgends, Geliebte, wird Welt sein, als innen"

Januar 1910: Rainer Maria Rilke vollendet seinen einzigen Roman „Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge“. „Paris ist schwer“, findet Malte. Seine Verse zerfallen in der fremden, großen Stadt, er durchlebt furchtbare Ängste und findet schließlich zu einem neuen Schreiben. Für Malte und für Rilke ist Paris eine zentrale Station. Doch der Dichter bleibt der „Unstäteste“, er wechselt beständig die Aufenthaltsorte, bis seine Heimatsuche 1922 erneut durch die Kunst ein Ende findet: Rilke überwältigt auf dem abgelegenen Schloss Muzot ein tagelanger „Sturm“. In wenigen Tagen schreibt er fast alle „Sonette an Orpheus“ nieder und vollendet den umfangreichen, Jahre zuvor abgebrochenen Zyklus der „Duineser Elegien“. Rilke erdichtet sich am Walliser Rückzugsort einen „Weltinnenraum“. Uta Rüenauver und Jörg Plath unternehmen in ihrem Feature einen Streifzug durch Leben und Werk des bis heute einflussreichen Dichters, die durch eine radikale ästhetische Konzeption miteinander verwoben sind.

"Nirgends, Geliebte, wird Welt sein, als innen". Die Heimatsuche des Dichters Rainer Maria Rilke.
Feature von Uta Rüenauver und Jörg Plath (Wiederholung von 2006)
10. Januar, 00:05 (Nacht von Samstag auf Sonntag), Deutschlandradio Kultur

Ein historischer Thriller aus der deutschen Südsee

Unerforschte Urwälder, heimtückische Verbrechen, dramatische Liebe. Bestsellerautor Jürgen Petschull entführt die Leser seines opulenten historischen Romans an einen ungewöhnlichen Tatort der deutschen Spannungsliteratur. Vom Hamburger Hafen reisen die Passagiere der »Emily Godeffroy« ins Herz der Kolonie Deutsch-Neuguinea. Nicht alle kehren lebend zurück von diesem letzten Tanz im vermeintlichen Paradies.

Jürgen Petschull: Der letzte Tanz im Paradies. Osburg Verlag, Roman, ca. 560 Seiten, Preis: € 22,90[D], ISBN: 978-3-940731-29-6

Lektorat: Anne Vonderstein

Der Fall Kormoran

Er ist nicht groß, nicht bunt und kann auch nur heiser krächzen - Katja Trippel und ihr Fotografen-Kollege Florian Möllers haben dennoch ihr Herz (und ihren halben Sommer) an den Kormoran verloren. Warum Fischer den Vogel am liebsten vom Himmel schießen würden und Naturschützer ihn zum "Vogel des Jahres 2010" gekürt haben, das erklärt ihr Buch in Text und Bild, nun frisch erschienen im Tecklenborg Verlag.

Katja Trippel/Florian Möllers: Kormoran. Schwarzer Peter oder harmloser Vogel. 118 Seiten, 24,6 x 23 x 1,6 Zentimeter, 764 Gramm, 24,50 €. Tecklenborg Verlag Oktober 2009, ISBN-10:3-939172-52-9 

Discover US!

Die New Yorker Kuratoren Sabine Russ und Gregory Volk haben vom 28. März bis 3. Mai 2009 in den Uferhallen in Berlin-Wedding in einer Gruppenausstellung zahlreiche Positionen amerikanischer Gegenwartskunst vorgestellt. Nun erscheint in deutscher und englischer Sprache der gleichnamige Katalog zur Ausstellung Discover US! 

Uta Grundmann, Sabine Russ, Gregory Volk (Hg.): Discover US! Carnival Within. An Exhibition Made in America. Verlag für moderne Kunst, Nürnberg 2009. Deutsch/englisch, 192 S., etwa 80 Farbabb., Paperback, 24,90 €. ISBN 978-3-941185-20

Übersetzungen aus dem Englischen: Anne Vonderstein

Freischreiber lesen!

Freischreiberder Berufsverband freier Journalistinnen und Journalisten, lädt ein zur Lesung im Berliner Frannz-Club. Am 8.11. präsentieren freie Journalisten ihre besten Stücke auf einer Lesebühne und beantworten Fragen zu ihrer Arbeit. In den Texten des Abends geht es unter anderem um Eltern, die ihren Sohn aus den Fängen der Nazi-Szene befreien wollten, um einen Mann, der dabei zusehen musste, wie aus seinem Debütroman Dämm-Material gemacht wird - und textetagen-Mitglied Barbara Schaefer ist mit einem Text über ihre Wanderung vertreten, die sie von Berlin aus zum Hohen Dachstein geführt hat, wo ihre beste Freundin verunglückt ist.

Die Lesetour, die Freischreiber in Kooperation mit der Bundeszentrale für politische Bildung veranstaltet, fällt in eine Zeit, in der die Medienbranche inmitten eines tiefgreifenden Strukturwandels steckt. „Mit unserer Tour wollen wir ein Zeichen setzen“, sagt Kai Schächtele, der Vorsitzende von Freischreiber. „Guter Journalismus, mit Leidenschaft und Professionalität betrieben, hat das Zeug dazu, die Menschen zu fesseln und zu begeistern, zu informieren und zu unterhalten – erst recht in diesen Zeiten.“

Berlin: Sonntag, 8.11. Im Frannzclub, Beginn: 20 Uhr, Eintritt: 7 Euro

Mit: Christian Blees, Nicol Ljubic, Stefan Niggemeier, Barbara Schaefer (textetage), Thilo Schmidt, Olaf Sundermeyer und Jonas Viering. Gelesen werden die Texte vom Schauspieler  Max von Pufendorf.

Das Mädchen, das gehen wollte

Unsere Kollegin Barbara Schaefer geht gerne zu Fuß (sie wandert auch im Büro von Schreibtisch zu Schreibtisch). Ihre schwierigste Reise hat sie nun in einem Buch beschrieben: Nach dem Tod ihrer besten Freundin in den Bergen ist sie von Berlin aus losgegangen, 900 km zu Fuß, zum Hohen Dachstein. In ihrem Buch erzählt sie von dieser Wanderschaft, vom Versuch, sowohl Abschied zu nehmen als auch Erinnerungen festzuhalten. Von ihrem Weg voller Zuversicht und Trauer, voller Erinnerungen und Begegnungen. „Das Mädchen, das gehen wollte“ ist nun als BRIGITTE-Buch im Diana-Verlag erschienen.

Informationen unter:

www.barbara-schaefer.de/buecher/buchtitel/dachstein.pdf

Barbara Schaefer: "Das Mädchen, das gehen wollte. Von Berlin zu Fuß in die Alpen", Diana-Verlag, 288 Seiten, €16,95. Oktober 2009

Schöpfungsgeschichten aus dem Baumarkt

Mögen alle materiellen und ideellen Sicherheiten in Trümmern liegen, es gibt krisensicher und trotz Leichtbauweise unverwüstlich – die Baumärkte. Sie stehen in den städtischen Gewerbegebieten oder auf der grünen Wiese, heißen Obi, Bauhaus oder Praktiker und bieten von Abwasserrohren und Betondübeln über Fassadenpaneele und Gardinenhaken bis hin zu Wandfarben und Zierleisten alles, was das Nest und Heim ersehnende Herz des Kunden begehrt. Die Liebhaber des Baumarkts rekrutieren sich aus allen Schichten und Altersgruppen. In ihnen verbindet sich die kindliche Freude am Basteln mit dem Wunsch nach Expertentum und handwerklicher Beherrschung. Es ist ein alter, ewiger Traum: die Selbsterschaffung im Selbstmachen, im Selbstbauen des Zuhauses. Schon Odysseus zimmerte sich sein Bett aus einem Baumstamm selbst. Die Heerscharen von Baumarkt-Kunden und Heimwerkern sind seine Nachfahren im Zeitalter industriell konfektionierter Nägel und Holzlatten.

"Hämmern, hobeln und zusammengeschraubt - Schöpfungsgeschichten aus dem Baumarkt"
Ein Radiofeature von Uta Rüenauver
SWR2 Feature am Sonntag, 09.08.2009, 14.05 bis 15.00 Uhr

Far-Fetched Facts: A Parable of Development Aid

Andreas Rosenfelder urteilt [über die deutsche Originalausgabe] in der FAZ: ein "epistemologischer Thriller über die Entwicklungshilfe". Er schreibt u.a. "... Rottenburg, als Feldforscher viele Jahre in Afrika unterwegs, erkundete für seine "Parabel der Entwicklungs­hilfe" die Organisationen der Entwicklungs­zusammenarbeit. Doch anstatt verstummt aus dem Felde der Institutionskürzel zurückzukehren, das der Ethnologe mit seinem Diktiergerät wie mit einer Wünschelrute durchforschte, verwandelt Rottenburg die Sprache der Systeme in Poesie. Schon die Einführung der Phantasieländer Normland und Ruritanien und die Verschleierung der Namen weist alle Beteiligten als Gefangene ihrer Fiktionswelten aus ... und aus diesem Spiel gibt es für keinen Mitspieler ein Entkommen. ... Wie die durchgerosteten Schiffe im Hafenbecken und die Lastwagenwracks am Straßenrand übersäen die Überreste verendeter Projekte den afrikanischen Kontinent. Doch im zutiefst widersprüchlichen Grundgedanken der Entwicklungshilfe, die unvermeidlich sowohl auf die Selbständigkeit des Empfängers als auch auf die Vorbildhaftigkeit des Gebers abstellt, sucht niemand den Fehler. ..."

Richard Rottenburg: Far-Fetched Facts: A Parable of Development Aid
Cambridge, MA: MIT Press, 2009
Übersetzt von Allison Brown und Tom Lampert

Verstopfung im Reaktorsumpf

Die neueste Ausgabe von zeo2 ist da. Das von den textetagen-Mitgliedern Marcus Franken und Manfred Kriener verantwortete Umwelt-Magazin nimmt die Atombranche in den Fokus: Die Frage, ob deren Werke sicher seien, schien sich irgendwie erledigt zu haben. Jetzt stellt sich heraus, dass die Atomindustrie seit 17 Jahren ein Sicherheitsproblem mit Potenzial zum Supergau trotz diverser Expertenkommissionen und Versuchsanlagen nicht in den Griff bekommt. Betroffen sind die meisten deutschen Atomreaktoren. Doch in der Öffentlichkeit schweigt die Industrie sich darüber beharrlich aus.

Außerdem im Heft: Der hundertste Welpe seit der Rückkehr der Wölfe in Deutschland, Betrug mit falschem Käse, das goldene Jahr der GLS-Bank für Leihen und Schenken, Bayer – das Klimaferkel und vieles, vieles mehr. Infos und Abo unter www.zeozwei.de.

Bestzeit!

Trotz Eiseskälte und Böen der Windstärke 52 hat das textetagen-Team (Nr.1375) beim Berliner 5-Kilometer-Staffellauf durch den Tiergarten mit nur 2: 42 Stunden den grandiosen 3685. Platz erkämpft. Törööööö!! Und Gratulation an Stefan Matzig, Uta Rüenauver, Katja Trippel, Erika Fischer, Till Hein, Coach Petra Schäfter und unsere treuen Fans!

Was macht Berlin so richtig wild?

Unsere Kollegin Katja Trippel war mit dem Berliner Wildtierbeauftragten Derk Ehlert auf der Pirsch und weiß es nun genau: 6000 Wildschweine, 3000 Steinmarder, 1600 Füchse, 100 Waschbärfamilien und Kaninchenkolonien, 80 Habichte, dazu Rehe, Biber, Wiesel, Feldhasen, Fischotter, Graureiher, Wanderfalken und - bis zu seiner Bleivergiftung im Februar 2009 - ein Seeadlerweibchen. Ein paar der kleinen Biester hat sie persönlich getroffen - nachzulesen im neuen GEO SPECIAL BERLIN.

Hedwig-Dohm-Urkunde 2009 an Erica Fischer

Unsere Kollegin Erica Fischer wurde vom Journalistinnenbund mit der Hedwig-Dohm-Urkunde geehrt.

Die Hedwig-Dohm-Urkunde wird seit 1991 an Frauen verliehen, die sich im Sinne der Frauenrechtlerin und Publizistin Hedwig Dohm (1831–1919) engagieren und für die Rechte von Frauen einsetzen.

Der Journalistinnenbund schreibt zur Verleihung an Erica Fischer: "Was das Lebenswerk der österreichischen Autorin, Übersetzerin und Journalistin prägt, ist der behutsame, aber unerschrockene Umgang mit den Themen Krieg, Flucht, Ausgrenzung – eindringlich gespiegelt in ihren Frauenporträts. Zu ihren wichtigsten Werken gehört der Bestseller 'Aimée & Jaguar' aber auch ihr jüngstes Buch 'Himmelstraße – Geschichte meiner Familie'."

Die Verleihung fand am 7. Juni 2009 in Weimar statt.
Die Laudatio [hier nachzulesen] hielt Christina von Braun.

Herzlichen Glückwunsch!

Das Bauhaus am Kiosk

Die Lifestyle-Illustrierte „die neue linie“, erschienen zwischen 1929 und 1943 im Leipziger Beyer-Verlag, war mehr als ein Unterhaltungsblatt. Ihr Konzept war für die damalige Massenpresse fortschrittlich und wegweisend: Führende Grafikdesigner aus dem Bauhaus-Umfeld prägten das Erscheinungsbild; keine andere Publikation gestaltete so konsequent die Ideen der typografischen Avantgarde für ein Massenpublikum. Und trotz medialer Gleichschaltung blieb die Handschrift der ansonsten beim Regime verhassten Bauhaus-Moderne bis in die Kriegsjahre hinein von Repressalien der Machthaber weitgehend verschont.
Der Autor Patrick Rössler beleuchtet das wechselvolle Schicksal der Illustrierten in ihrer Epoche; der zweisprachige Band bildet einen wertvollen Beitrag zum „Bauhausjahr 2009“.

The Bauhaus at the Newsstand / Das Bauhaus am Kiosk: die neue linie 1929–1943,
Kerber Verlag, 160 S., Juni 2009

Von Patrick Rössler; Übersetzung aus dem Deutschen ins Englische: Isabel Cole; Lektorat (Englisch): Ginger A. Diekmann

Lachs für die Welt, Gift für das Meer

Katja Trippels Artikel über die Massenzucht von Speiselachsen in den Fjorden Chiles verdirbt hoffentlich allen Liebhabern des rosa-gefärbten, Antibiotika-getränkten Fischleins den Appetit. Schön, dass dieser Text schon zum zweiten Mal bei ZEIT WISSEN erscheint - in der Sonderausgabe "Ratgeber Ernährung". Nicht schön ist, dass der ZEIT-Verlag - wie immer öfter üblich in der Branche - dafür nur einmal zahlt. Wer diese Praxis auch nicht schätzt, kann sich schlauer machen bei www.freischreiber.de.

Imi Knoebel – Ich Nicht / Enduras

Unter der Überschrift ICH NICHT liefert der Künstler Imi Knoebel eine entschiedene Antwort auf Barnett Newmans Frage: Wer hat Angst vor Rot, Gelb und Blau? Die Begleitpublikation zur Ausstellung der Deutschen Guggenheim präsentiert das vielschichtige Werk von Imi Knoebel, das mit seinen wegweisenden Grundfragen nach Form und Farbe heute aktueller denn je erscheint. In chronologischer Abfolge werden Knoebels Zeit an der Kunstakademie Düsseldorf, sein Verhältnis zur amerikanischen Kunst, die Auseinandersetzung mit Fotografie und Druckgrafik, Serialität und Farbe sowie ausgewählte Schwerpunkte seiner neuen Arbeiten beleuchtet.

Katalog in deutscher und englischer Sprache, Hrsg. Deutsche Bank, mit Beiträgen von u. a. Hubertus Butin, Martin Schulz, Johannes Stüttgen
Übersetzung aus dem Deutschen ins Englische: Burke Barrett; Lektorat (Englisch):
Ginger A. Diekmann; Hatje Cantz, 212 S., Juni 2009

Ausstellungen: ICH NICHT Neue Werke, Deutsche Guggenheim, Berlin, 23.05.–26.06.2009; ENDUROS Sammlung Deutsche Bank, Deutsche Guggenheim, Berlin, 04.07.–02.08.2009

Candida Höfer – Projects: Done

Die Fotografin Candida Höfer begreift „Projekte“ als mehrteilige Arbeiten, die einen geplanten, zusätzlichen Ablauf besitzen oder mit Erreichen eines definitiven Zustands abgeschlossen sind. Die Ausstellung und der Katalog „Projects: Done“ beziehen sich auf vierzehn abgeschlossene Projekte aus den Jahren 1968 bis 2008. Das fünfzehnte ist die Präsentation selbst, die die Künstlerin mit den Architekten Kuehn Malvezzi entwickelt hat. Im Katalog zeigt Höfer Projekte wie „Liverpool“ (1968), „Flipper“ (1973), „Türken in Deutschland“ (1979) und „Zoologische Gärten“ (1993) in ungewohnten Formaten.

Katalog in deutscher und englischer Sprache, mit Beiträgen u.a. von Markus Heinzelmann, Doreen Mende, Michael Oppitz, Julia Voss
Übersetzung vom Deutschen ins Englische: Steven Lindberg; Lektorat und Korrektorat (Englisch): Ginger A. Diekmann; Verlag der Buchhandlung Walther König, 240 S., Mai 2009

Die Ausstellung „Candida Höfer – Projects: Done“: Museum Morsbroich, Leverkusen, 16.05.–02.08.2009; Belvedere, Wien, 01.10.2010–23.01.2011 

Aufarbeitung von DDR-Unrecht

Buchvorstellung und Vortrag

„Die Kleinen hängt man, die Großen lässt man laufen“. Ob dieser viel zitierte Satz auch auf die strafrechtliche Aufarbeitung von DDR-Unrecht zutrifft, hat das Forschungsprojekt „Strafjustiz und DDR-Vergangenheit“ an der Humboldt-Universität untersucht. Ein Ergebnis des Projekts ist eine Buchreihe, in der die wichtigsten Strafverfahren gegen ehemalige DDR-Funktionäre dokumentiert werden. Textetagen-Lektorin Petra Schäfter hat die Reihe konzipiert und redaktionell betreut.
Nachdem es bisher unter anderem um Wahlfälschung, Spionage und die Gewalttaten an der deutsch-deutschen Grenze ging, beschäftigt sich der druckfrische siebte und letzte Band der Reihe vor allem mit Gefangenenmisshandlung, Doping und Denunziationen in der DDR. Er wird am Donnerstag, den 28. Mai 2009 öffentlich vorgestellt.

Zur Buchvorstellung hält die ehemalige Weltklassesprinterin Ines Geipel einen Vortrag  zum Thema „Aufarbeitung der Aufarbeitung. Muss die Auseinandersetzung mit der DDR in die zweite Runde?“ Ines Geipel musste ihre Sportkarriere aus politischen Gründen abbrechen, floh 1989 nach Westdeutschland und beteiligte sich als Nebenklägerin am Hauptprozess zum DDR-Zwangsdoping. In der Folge setzte sie sich publizistisch und politisch für die Dopingopfer ein. Heute ist sie Schriftstellerin sowie Professorin an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“. Gemeinsam mit Joachim Walther hat sie das „Archiv unterdrückter Literatur in der DDR“ aufgebaut und „Die verschwiegene Bibliothek“ ediert.

Donnerstag, 28. Mai 2009, 15 Uhr
Ort: Humboldt-Universität zu Berlin, Senatssaal, Unter den Linden 6, 10099 Berlin
Eine Veranstaltung im Rahmen des Programms „Geschichtsforum 1989 I 2009: Europa zwischen Teilung und Aufbruch“ vom 28. bis zum 31. Mai 2009 in Berlin