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Erster Platz beim Hamburger Science Slam

Ein Mikro, ein Beamer, zehn Minuten Redezeit. Beim Ersten Hamburger Science Slam sollte der wissenschaftliche Nachwuchs alle Register ziehen und eigene Forschungsergebnisse möglichst unterhaltsam vortragen. Eine Jury aus dem Publikum bewertet das Ganze nach bester Slam-Manier. Textetagen-Philosoph Martin Kaluza hat mitgemacht und gleich den ersten Platz belegt (im Patt mit dem Soziologen Tobias Krone).

Nachzulesen bei Spiegel Online: "Willkommen auf der Uni-Showbühne" (18.5.2009)

Philosophie und Nachrichten

Was kann die Philosophie eigentlich zur Erhellung unseres alltäglichen Lebens beitragen? Beispielsweise zu Medienritualen wie den Fernsehnachrichten? 3sat-Moderator Gert Scobel hat sich für seine Sendung ein Experiment ausgedacht: Drei Philosophen sollen eine Nachrichtensendung einer profunden Analyse unterziehen - und so die Alltagstauglichkeit ihrer Disziplin unter Beweis stellen. Die Probanden – pardon – Studiogäste sind: Medienphilosoph Frank Hartmann, Mittelalterexperte Kurt Flasch und Textetagen-Philosoph Martin Kaluza.

3sat, 9.4.2009, 21 Uhr: scobel

www.3sat.de/scobel, und hier die Aufzeichnung der Sendung.

Petra Kelly. A Remembrance

Keine andere Politikerin und kein anderer Politiker verkörperte in gleicher Weise die Grünen in der Hochzeit ihrer Gründung wie Petra Kelly. Das gilt sowohl für ihre Bekanntheit in der deutschen Öffentlichkeit als auch auf der internationalen Bühne. Für die grüne Partei und für die Heinrich-Böll-Stiftung war der 60. Geburtstag von Petra Kelly ein wichtiger Tag der Erinnerung und des Ausblicks.

Petra Kelly. A Remembrance
Ein Foto- und Essayband
Hrsg. von der Heinrich-Böll-Stiftung
Übersetzt von Allison Brown

Frauen schön und stark

Seit Jahrhunderten faszinieren schöne und starke Frauen. Doch was denken die
Powerfrauen von heute über die Schönen der Kunst von damals? Ob Schriftstellerin,
Politikerin, Fotografin, Köchin, Schauspielerin oder Primaballerina – die 54 Autorinnen schildern in diesem Band ihre ganz persönliche Sicht auf Frauendarstellungen aus verschiedenen Epochen. So erzählt die Strenesse-Modeschöpferin Gabriele Strehle, wie sie sich bei einem Wien-Besuch in das Rubens-Bildnis Das Pelzchen verliebte, auf dem die zweite Ehefrau des Malers zu sehen ist, halbnackt, überaus weiblich und mit keck übergeworfenem Pelzmantel. Friede Springer hingegen ist fasziniert von Edvard Munchs Skandalbild Die Sünde, das ein „Weib mit rotem Haar und grünen Augen“ zeigt, der Blick voll Verletztheit. Und die Politikerin Antje Vollmer hat das berühmte Delacroix-Bildnis Die Freiheit führt das Volk in Augenschein genommen, in dem aus den Kriegswirren heraus eine Frau emporsteigt – verführerisch, kämpferisch, leidenschaftlich, schön.

Christina Bylow hat für diesen Band ein Gemälde der Malerin Angelica Kauffmann besprochen.

Frauen, schön und stark
Herausgegeben von Petra Müller und Rainer Wieland
Gebunden, 128 Seiten
Mit 60 farbigen Abbildungen

Knesebeck Verlag

Preis € 19,95
ISBN 978-3-86873-031-9

Céline-Abend mit Ulf Geyersbach und Hinrich Schmidt-Henkel

Lesung in der Reihe "Verbrecherversammlung" des Verbrecher Verlags

Nach der Neuübersetzung von Louis-Ferdinand Célines "Reise ans Ende der Nacht"
durch Hinrich Schmidt-Henkel erscheint 2008 die erste Monographie dieses Autors
eines Werkes von einer Kraft und Weite, "die wir von den wohlfrisierten Zwergen der
bürgerlichen Literatur nicht gewohnt sind" (Paul Nizan). Nach rassistischen und
antisemitischen Äußerungen scheiden sich an ihm die Geister. Wer das Leben
dieses "großen Befreiers" (Ph. Roth) aufblättert, trifft einen hypochondrischen
Afrikareisenden und unfreiwilligen Soldaten, einen Weltenbummler und Womanizer,
einen Hetzer, verbitterten Exilanten, einen Grantler und Mahner - und nicht zuletzt
einen rücksichtslosen Schöpfer des eigenen Lebensromans.

Dienstag, 03.03.2009, 20:30 Uhr

Ort: "Monarch", Skalitzerstr. 134. 10999 Berlin-Kreuzberg, U-Bahn Kottbusser Tor

Und auf der anderen Seite - niemand!

Das Geisterspiel von Santiago de Chile

Am 11. September 1973 hatte Augusto Pinochet gegen den demokratisch gewählten Präsidenten Chiles, Salvador Allende, geputscht. Mehrere tausend Regimegegner wurden getötet und viele tausend in Gefängnissen und Konzentrationslagern inhaftiert und gefoltert. Auch das Estadio Nacional in Santiago diente als KZ. Zur gleichen Zeit fanden die Qualifikationsspiele für die Fußballweltmeisterschaft 1974 statt. Chile musste gegen die Sowjetunion antreten. Das Hinspiel in Moskau im September 1973 endete mit 0:0, aber die sowjetische Mannschaft verweigerte das Rückspiel am 21. November. Es sollte im Estadio Nacional stattfinden, aus dem erst kurz zuvor die Gefangenen in andere Gefängnisse und Lager verlegt worden waren. Das Spiel fand trotzdem statt, nur spielte die chilenische Mannschaft gegen eine Geistermannschaft.

Ein Radiofeature von Martin Kaluza.

SWR2 Dschungel: 12.01.2009, 22 Uhr

Die Panflöte von Meister Baudelaire - Junge Dichter und ein großes Vorbild

An dem französischen Dichter Charles Baudelaire (1821-1867) führt auch für heutige Poeten kein Weg vorbei. Der Schöpfer von "Die Blumen des Bösen" ist das Urbild einer bedingungslosen literarischen Existenz: ein "poète maudit", zerrissen und voller Verachtung für die bürgerliche Waren- und Funktionswelt, an Spleen und Ennui leidend und aus der Fremdheit gegenüber der Wirklichkeit seine poetische Energie beziehend.

Baudelaire ist die Welt nichts und die Dichtung alles. Die Großstadt war ihm als Erstem reiner Imaginationsraum, er verwandelte Hässlichkeit und Krankheit, Tod und Verfall in formvollendete poetische Landschaften.

Das macht diesen Dichter der Moderne für gegenwärtige Lyriker und ihre eigene Sozialisation wieder interessant. Viele orientieren sich an ihm. Uwe Kolbe, Monika Rinck, Jan Volker Röhnert, Aris Fioretos und Jan Wagner erzählen von ihrer literarischen Begegnung mit einem großen Vorbild.

Ein Radiofeature von Uta Rüenauver.

Deutschlandradio Kultur: Dienstag, 02.12.08 um 19:30 Uhr.

Der Kitt der Gemeinschaft

„Über Gerechtigkeit brauchst gar nicht erst zu schreiben – die gibt es nämlich nicht!“ Zum Glück hat Martin Kaluza diesen oft gehörten Satz geflissentlich ignoriert. Sonst hätte er nicht ein ganzes Buch darüber geschrieben, wie Gerechtigkeit funktioniert und warum sie uns so viel bedeutet. Das Buch ist seine Doktorarbeit in Philosophie. Darin beschreibt er, dass Debatten um Gerechtigkeit immer dann entstehen, wenn zwei oder mehr Parteien in einem Interessenkonflikt stehen. Wenn die Debatten richtig geführt werden, kann sich jeder Beteiligte sicher sein, dass seine Stimme gehört und er nicht einfach übergangen wird. So ermöglicht Gerechtigkeit das Zusammenleben gerade dann, wenn es durch Konflikte erschwert wird - Gerechtigkeit ist der Kittt der Gemeinschaft. Drei Praxisbeispiele werden in dem Buch ausführlich behandelt: die Rolle internationaler Strafgerichtshöfe, der Kampf um den Sozialstaat und die Auswirkungen des Patentrechts auf die Versorgung mit Medikamenten in Entwicklungsländern.

Martin Kaluza: „Der Kitt der Gemeinschaft“, mentis Verlag, Juli 2008, 211 Seiten, EUR 29,80.

Die Stimmen in der Wand

Manchmal fragen Besucher Roberto Zaldívar, wer eigentlich da hinten singe. Ein unsensibler Mensch würde antworten, dass das der Wind ist, der durch die chilenische Wüste pfeift. Aber Don Roberto ist überzeugt davon, dass es Stimmen sind, und er erklärt das folgendermaßen: Der Boden der Wüste, aus dem die Wände der Lagergebäude errichtet wurden, besteht aus den gleichen Mineralien, aus denen auch ein Magnetband gemacht ist. Wenn man dort Stimmen hört, sind das Aufzeichnungen aus der Vergangenheit. Deshalb könne man die Lieder und Gesprächsfetzen der Gefangenen hören, mit denen Don Roberto 1973 und 74 nach dem Putsch von Pinochet im Gefangenenlager von Chacabuco inhaftiert war. Anfang der 90er Jahre ist er zurückgekehrt, um den Besuchern zu erzählen, was es mit diesem Ort auf sich hat.

Ein Radiofeature von Martin Kaluza. 
SWR2 Dschungel: Mittwoch, 06.08.08 um 22:05 Uhr.
Wiederholung von 2005

Kunstwerkstatt Birgit Brenner

Brigit Brenner erzählt Lebens-Geschichten, schildert Gedanken und Emotionen ihrer Protagonisten. Ihre Arbeiten berichten von der Verletzlichkeit des Menschen, von Angst und Enttäuschung, aber auch vom Glück des Augenblicks und der ewigen Suche nach Liebe. Zu diesem Zweck setzt sie ganz unterschiedliche künstlerische Mittel ein: Das Wort, Zeichnung, zeichenhafte Malerei, Fotografie und diverse Materialien. Man könnte ihre großen Installationen auch als visualisierte Erzählungen oder Romane verstehen.

Von Marion Taube und Christina Bylow, Prestel Verlag, Juni 2008

Heimsuchung des Mittagsdämons

Über die Langeweile

Ein frecher Dämon war im Mittelalter für die Langeweile verantwortlich. Des Mittags, so hieß es, falle er über die Menschen her und verführe sie zu Trägheit, Überdruss und, schlimmste aller Sünden, zur Gottlosigkeit. Heute sind die Zeiten gottloser als im Mittelalter, aber noch immer fürchten die Menschen die Langeweile wie den Leibhaftigen. Sie vertreiben sie nach Kräften, und in jeder freien Minute werden sie darin von der Freizeitindustrie unterstützt.

"Gegen Langeweile" ist ein zentrales Verkaufsargument, "langweilig" eine Eigenschaft, die Menschen, Dinge, Tätigkeiten sofort disqualifiziert. Langeweile passt nicht zum modernen, beschleunigten Weltenlauf. Sie enthält die Drohung von Stillstand, Unproduktivität, Depression. Und vielleicht auch von Freiheit. "Die Langeweile ist die Schwelle zu großen Taten", meinte Walter Benjamin. Sie konfrontiert den Menschen mit der Forderung, aus sich heraus Sinn zu schaffen. Langeweile - Fluch oder Versprechen? Das Feature erkundet ein alltägliches und zweideutiges Gefühl.

Radio-Feature im Deutschlandfunk, Freistil
13. Juli 2008, 20:05 Uhr
Von Uta Rüenauver

Nachbarn

Sie wohnen nebenan und wir wissen viel von ihnen: wann sie nach Hause kommen, welchen Besuch sie empfangen, was sie kochen, welche Musik sie hören, wann sie streiten oder sich lieben ... Ob wir wollen oder nicht, wir kennen sie in den intimsten Situationen – und doch bleiben sie uns oft unbekannt. Die Nachbarn, diese fremd-vertrauten Geschöpfe, stehen auf der Schwelle zwischen privatem und öffentlichem Raum, zwischen Innen- und Außenwelt. Sie werden belauscht, beobachtet, bekriegt oder auch begehrt. Sie sind Hass- und Lustobjekte, Projektionsfiguren, Angstgegner. Hunderttausende von Bundesbürgern klagen jährlich gegen ihre Nachbarn. Andere wiederum betrachten sie als Bollwerk gegen eine anonyme, als bedrohlich empfundene Umwelt.

SWR 2 - Feature am Sonntag
15. Juni 2008, 14:05 bis15:00 Uhr
Von Uta Rüenauver
(Wiederholung von 2005)

Henri Nannen Preis

Unsere Kollegin Katja Trippel und zwei ihrer GEO-Kollegen haben den Henri-Nannen-Preis in der Kategorie Dokumentation gewonnen:

Für den Beitrag "Kampf bis zum letzten Fisch" in "GEO" werden Lars Abromeit, Katja Trippel und Torsten Hampel von der Jury mit dem Henri Nannen Preis für eine "Besonders verständliche und anschauliche Dokumentation über einen komplexen, gegenwärtigen oder zeitgeschichtlichen Sachverhalt" ausgezeichnet. Ihre an mehreren Schauplätzen in drei Erdteilen dokumentierte Ausplünderung der Meere offenbart "ebenso umfassend wie anschaulich eine der größten ökologischen Katastrophen unserer Zeit, die aber – buchstäblich – unter der Oberfläche bleibt und deswegen kaum wahrgenommen wird: die Vernichtung der Fischbestände in den Ozeanen, der letzten großen Wildnis unserer Erde."

Herzlichsten Glückwunsch!

Link zum Artikel von Lars Abromeit, Torsten Hampel und Katja Trippel: Geo Magazin, Heft 06/ 2007

Freisteller

Die Villa Romana-Preisträger 2008  

Der Begriff "Freisteller" bezeichnet in der Fotografie, Drucktechnik und Computergrafik ein Motiv, das vom Hintergrund und seinem Kontext gelöst wird und so unter anderem in andere Bildzusammenhänge eingefügt werden kann. Zum ersten Mal stellt das Deutsche Guggenheim in Berlin die aktuellen Villa Romana-Preisträger vor: die neuen Bilder, Installationen und Videos von Dani Gal, Julia Schmidt, Asli Sungu und Clemens von Wedemeyer lösen ihre Motive und Themen aus dem ursprünglichen Kontext, "stellen sie frei" und erschließen so neue, diskursive Zusammenhänge.

Anlässlich der aktuellen Ausstellung erscheint in deutsch/englisch und deutsch/italienisch ein Katalog mit Texten und Gesprächen mit den Künstlern.
Kuratiert und Katalog konzipiert von Angelika Stepken. Erscheint Ende April 2008.  
Lektorat, Englisch (für Thill Verlagsbüro): Ginger A. Diekmann  

Ausstellung: "Freisteller: Die Villa Romana-Preisträger 2008", Deutsche Guggenheim, Berlin, 26.04.–22.06.2008 

Fußballdeutsch

Im Mai 2008 erscheint, druckfrisch zur Europameisterschaft, die Taschenbuchausgabe des Wortkompendiums "Fussballdeutsch."

"Fussballdeutsch" ist ein bizarres Amalgam aus sturzbunten Unkereien öffentlichen Gedröhnes. Da lümmeln Einsprengsel aus der Welt erotischer Schlüpfrigkeiten (Hintermann, Positionswechsel) engelsgeduldig neben diversen Ultra-Militarismen (Sturmtank, Abfangjäger) und altbekannten Technikseichereien (Mittelfeldmotor, Impulsgeber); es umwummert die höhere Kernphysik (Quantensprung, Restrisiko), lässig übertroffen von Einschüben des Kaufmanns- wie Juristendeutschen (Torbilanz, Disziplinarstrafe). Da wäre das Gesülz des niederen Politgewerbes (Schadensbegrenzungskicken), der Psychotratsch (Mentaltrainer, Nervös) nebst Multikulturalismusslang (Sambakicker, Projektgruppe), das Bodypflegetimbre (Problemzone) und das putzmuntere Computergedudel (Schnittstelle), hart bedrängt vom omnipenetranten Taschentelefongebrösel, den Schalheiten der Medien- und Werbegestalter (Power-Rasen, Präsentiert) und was die Welt an Wortbrocken bereithält - freilich, da kommt allerhand zusammen. Gut 220 Seiten, um genau zu sein.

Ulf Geyersbach: "Fussballdeutsch", Ullstein Verlag, Mai 2008, 220 Seiten, 6,95 €.

Älter werden, Neues wagen.

Gast-Etagistin Martina Wittneben hat gemeinsam mit der taz-Autorin Ulrike Herrmann ein Buch herausgegeben. "Älter werden, Neues wagen" beschreibt, wie zwölf jung gebliebene Alte ihr Leben in die Hand nehmen und im letzten Drittel noch einmal komplett verändern. Das Buch ist ein spannender Beweis dafür, dass Frühvergreisung im Kopf beginnt und Mobilität nicht immer etwas mit Jogging, Jetlag oder Online-Konferenzen zu tun hat. Die Protagonisten zeigen ein erstaunliches Maß an Mut zur Veränderung. Und allesamt wissen, was Mitgefühl ist. Ja, sie sind dynamisch, beharrlich und gut in Form. Nein, sie sind keine Abziehbilder aus der Werbung, keine grinsenden Corega-Tabs-User, deren Leben einer Soap-Opera zwischen Malkurs, Kreuzfahrt und Frischzellenkur gleicht. Diese Menschen machen sich Gedanken über den Tod, werden krank und wieder gesund, helfen ihren Mitmenschen und damit sich selbst. So einfach, so gut. Darüber hinaus vermitteln sie ein umfassendes Bild davon, wie man in Deutschland derzeit alt werden kann, ohne zu verkümmern oder sich selbst zu unterfordern.

Edition Körber Stiftung, März 2008.

"Die Jahre sind mein Lebensglück." Schriftsteller über das Alter

"Siebzig hat Chic, Achtzig Eleganz!", schreibt Dorothy Parker. Im Alter von 75 macht sich die hochbetagte Tania Blixen zu einer großen Vortragsreise in die USA auf. Mit 76 Jahren lernt Claire Goll zum erstenmal die Freuden der Liebe kennen. Thomas Mann freut sich über die Würdigungen und Preise, die ihm im Alter zuteil werden, und Woody Allen erinnert sich mit siebzig, über das Leben lachend, an die traumatischen Erfahrungen seiner runden Geburtstage.

Die Autoren in diesem Buch haben ein langes, bewegtes Leben hinter sich. Sie  schreiben über das Altwerden als Schriftsteller und das Altwerden überhaupt – über die Magie der Erinnerung, über die Kunst, sich die Schaffenskraft zu bewahren, die Sehnsucht nach Geborgenheit und die immerwährende Frage nach den – großen und kleinen – Dingen, die das Lebensglück ausmachen.

Petra Müller und Rainer Wieland haben bewegende Zeugnisse und Stimmen von berühmten Dichtern zusammengetragen, die sich bis ins hohe Alter die Fähigkeit bewahrt haben, sich selbst und der Welt mit Neugier zu begegnen. Von der Neugierde auf das Leben zeugen auch die zahlreichen Fotografien, die den Band ergänzen: eine Huldigung an die Schönheit des Alters, die zugleich eine Huldigung an die Schönheit des Lebens ist.

Herausgegeben von Petra Müller und Rainer Wieland
Knesebeck Verlag, März 2008

Klimaretter

Der taz - textetage - Le Monde Diplomatique "Klimaatlas" ist da!

Geballtes Klimawissen auf 96 Seiten, redaktionell verfertigt und erweitert von Barbara Bauer, Le Monde, (danke Barbara) und Marcus Franken, textetage.

Unter tatkräftiger Unterstützung unseres halben Büros: Uta Rüenauver an der Übersetzung; Martin Kaluza, Manfred Kriener, Lisa Shoemaker und Katja Trippel am Inhalt. Super Kooperation oder in Klimadeutsch: Kreativ bis zur Überhitzung. Martin Kaluza - übrigens ein Doktor in Gerechtigkeit - hat außerdem mit einem eigenen Text darüber geglänzt, wie man Energie produziert ohne Kraftwerke zu bauen. Sehr schlau.

Wir danken außerdem Dierk Jensen und Michaela Ludwig vom freundschaftlich verbundenen Büro Agenda in Hamburg und natürlich der Wunderwaffe für besonders schwierige Fälle in Berlin, Peter Trechow.

Wer den Trechow auf Seite 88/ 89 gelesen hat und trotzdem ein Haus mit Schornstein baut, kann nicht länger behaupten, es nicht besser gewußt zu haben.

Dreaming Los Angeles. Von Freeways, Zäunen und Autoren

Los Angeles ist ein Triumph der Erfindungskraft. Wo sich die kalifornische Küstenstadt heute auf einer Fläche halb so groß wie das Saarland ausdehnt, war vor 100 Jahren nur Wüste: eine perfekte Leinwand für Projektionen aller Art. Fiktionen stehen an der Wiege von Los Angeles, erst dann kam Hollywood. Die wuchernde Metropole kann alles sein: Paradies und Hölle, Ort des Neubeginns wie des Untergangs, der Selbsterschaffung und -vernichtung. Ein Eldorado für Autoren wie T.C. Boyle, Cornelia Funke, Patrick Roth und andere.

Von Uta Rüenauver und Jörg Plath.
Sendetermin: 10. Februar 2008, 0:05 Uhr auf Deutschlandradio Kultur.

Céline

Ulf Geyersbach hat - wenige Jahre nach der Neuübersetzung von "Reise ans Ende der Nacht" durch Hinrich Schmidt-Henkel - in der Reihe "Rowohlt-Monographien" den Band "Céline" verfaßt. Am 1. Februar 2008 erscheint diese erste deutschsprachige Céline-Biographie. Louis-Ferdinand Céline gilt als Autor eines Werkes von einer Wucht und Weite, "die wir von den wohlfrisierten Zwergen der bürgerlichen Literatur nicht gewohnt sind" (Paul Nizan). Nach rassistischen und antisemitischen Äußerungen scheiden sich an ihm die Geister. Wer das Leben dieses "großen Befreiers" (Philip Roth) aufblättert, trifft einen hypochondrischen Afrikareisenden und unfreiwilligen Soldaten, einen Weltenbummler und Womanizer, einen Hetzer, verbitterten Exilanten, einen Grantler und Mahner - und nicht zuletzt einen rücksichtslosen Schöpfer des eigenen Lebensromans.

"Louis-Ferdinand Céline." Von Ulf Geyersbach, Rowohlt, Februar 2008

Der unheilvolle Doktor Mortis

Am 12. Juni 2007 starb Juan Marino im Alter von 86 Jahren. Wenige Wochen vor seinem Tod hat Martin Kaluza ihn in Argentinien besucht und das letzte Interview mit dieser Legende der südamerikanischen Radiogeschichte geführt. Noch im hohen Alter arbeitete Juan Marino regelmäßig als Radiomoderator. Eine seiner Sendungen hieß „Jazz en el tiempo" – Jazz in der Zeit. Seit 1940 hat er dieses Magazin in verschiedenen Sendern in Chile und Argentinien präsentiert. Berühmt geworden ist Juan Marino aber vor allem als Autor und Produzent von Hörspielserien. In Argentinien und Chile kennt ihn deshalb fast jedes „Kind über 40“. Die bekannteste Serie war „Der unheilvolle Doktor Mortis“. In einer Zeit, in der nur wenige einen Fernseher hatten, fesselte Marinos Grabesstimme die Menschen und machte sie zu begeisterten Radiohörern.

Ein Radiofeature von Martin Kaluza

SWR2 Dschungel: Montag, 21.01.08 um 22:05 Uhr.

Und als Podcast anzuhören unter diesem Podster-Link..

Erica Fischer im rbb-Kulturradio

Friederike Sittler vom rbb spricht mit der Autorin von "Himmelstraße" über Familie, über Sprachlosigkeit und Verbitterung, über Religion, Feminismus, Lebenslust und die Sehnsucht nach einer erfüllten Liebe im Alter.

rbb-Kulturradio, 19. Januar 2008, 14-15 Uhr.

Außerdem gibt es eine weitere Lesung aus dem Buch:
Freitag, 25. Januar 2008, 19.00 Uhr im Museum Neukölln (Ganghoferstr. 3-5)

Generation Großmutter

Die Journalistin Christina Bylow und der Fotograf Enver Hirsch porträtieren 18 ungewöhnliche Frauen, die neben ihrem Engagement innerhalb der Familie ihre eigene Persönlichkeit entfalteten und deren Lebensläufe Zeitgeschichte widerspiegeln:

Annelies Štrba, Madeleine Gräfin zu Solms, Hildegard Behrens, Marianne Fritzen, Gertraud Well, Virginia Wangare Greiner, Gunda Dimitri, Eva-Maria Hagen, Gülüzar Demirbüken, Dorothea Gräfin Razumovsky, Sibylle Bergemann, Christine Nöstlinger, Ilse Hofrichter, Anna Roettig-Lirsch, Wibke Bruhns, Mera Rubell, Erika Pluhar und Rosemarie Welter-Enderlin.

Texte von Christina Bylow, Knesebeck, September 2007

Himmelstraße

Ein nasskalter Januartag, die Mutter ist gerade drei Wochen tot, da verschwindet der Bruder Paul aus der Wiener Wohnung. Brieflich teilt er mit, dass er beschlossen habe, nach Übersee auszuwandern. Die Schwester kann nicht glauben, was sie da liest. Nun ganz alleine übrig, taucht sie ein in die Erinnerungen ihrer Familie. Und erzählt die Geschichte zweier ungleicher Geschwister, deren Mutter als Jüdin von den Nazis aus Wien vertrieben wurde, sich in England ein neues Leben aufbaute und von einer Auswanderung nach Australien träumte. 1948 aber kehrte sie mit den Kindern nach Wien zurück - aus Liebe zu ihrem Ehemann. Eine unglückliche Entscheidung. Die jüdischen Großeltern sind in Treblinka ermordet worden, zeitlebens fühlt die Mutter sich entwurzelt, ihr Sohn Paul bleibt in ihrer Nähe gefangen, nur die Tochter baut sich fernab ein eigenes Leben auf. Doch ist auch sie rastlos, auf der Suche nach Geborgenheit. Nun sitzt sie über Pauls Notizen und liest immer deutlicher die Ankündigung eines Selbstmords heraus.

Von Erica Fischer, Rowohlt Berlin, September 2007

Ausstellung über Mildred Harnack in der Gedenkstätte deutscher Widerstand

Vom 19. Juli 2007 bis zum 10. Januar 2008 in der Gedenkstätte Deutscher Widerstand, Stauffenbergstr. 13-14, 1. Stock. Mo – Mi, Fr 9 – 18 Uhr, Do 9 – 20 Uhr, Sa, So und Feiertags 10 – 18 Uhr.

Mildred Harnack-Fish war amerikanische Literaturwissenschaftlerin und Übersetzerin. Die Frau Arvid Harnacks, des führenden Kopfes der Widerstandsgruppe Rote Kapelle in Berlin, wurde am 16. Februar 1943 in Berlin-Plötzensee enthauptet, als einzige US-Bürgerin, für die Hitler persönlich die Todesstrafe verlangt hat.
Begleitend zur Ausstellung bietet eine umfangreiche biographische Dokumentation über Mildred Harnack mit zahlreichen, zum größten Teil erstmals veröffentlichten Fotos und persönlichen Dokumenten vertiefende Informationen in deutscher und englischer Sprache über das Wirken und das Schicksal der bislang wenig bekannten Widerstandskämpferin.

Übersetzt von: Allison Brown, Karen Margolis, Andres Simonoviescz, Katy Derbyshire, Sylvie Malich

Aufarbeitung von Systemunrecht. Vortrag und Buchvorstellung

Seit 1996 haben Klaus Marxen und Gerhard Werle, Strafrechtshistoriker an der Humboldt-Universität zu Berlin, und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die deutsche Strafjustiz in ihrem Umgang mit DDR-Unrecht begleitet. Das von der VolkswagenStiftung unterstützte umfangreiche Forschungsprojekt "Strafjustiz und DDR-Vergangenheit" hat sämtliche Verfahren, in denen es zu einer Anklage gekommen ist, erfasst und ausgewertet. Die Projektleiter haben 1999 eine erste Bilanz gezogen (Marxen/Werle, Die strafrechtliche Aufarbeitung von DDR-Unrecht). Nunmehr legen sie gemeinsam mit Petra Schäfter eine abschließende empirische Auswertung vor, die von der Stiftung Aufarbeitung gefördert wurde.

In dem Projekt entsteht eine einzigartige Dokumentation der einschlägigen  Verfahren. Seit dem Jahr 2000 sind Bände zu den folgenden Deliktsgruppen erschienen: Wahlfälschung, Gewalttaten an der deutsch-deutschen Grenze,  Amtsmissbrauch und Korruption, Spionage sowie MfS-Straftaten. Die Reihe wird jetzt mit einem Doppelband zu den Verfahren wegen Rechtsbeugung fortgesetzt. Die Dokumentation wird vom Bundesministerium der Justiz und der Stiftung Aufarbeitung unterstützt.

Buchvorstellung und Vortrag am 29. November 2007 um 17 Uhr im Senatssaal an der Humboldt-Universität zu Berlin.

Begrüßung: Prof. Dr. Gerhard Werle.
Buchvorstellung: Prof. Dr. Klaus Marxen
Vortrag: Dr. h. c. Joachim Gauck: Zwischen Verweigerung und Aneignung – Aufarbeitungsprozesse in Transformationsgesellschaften
Veranstalter: Lehrstühle Prof. Dr. Klaus Marxen und Prof. Dr. Gerhard Werle in Verbindung mit der Stiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur
Eintritt frei; Anmeldung nicht erforderlich

Interview mit Christina Bylow

Interview mit Christina Bylow über ihr Buch "Generation Großmutter" in  der Sendung "Lesezeichen" im Bayerischen Fernsehen.

Sendetermin: BR 3, Sonntag, 11. November um 09:45 Uhr.
Wiederholungen auf BR-alpha: 15. November um 22:15 Uhr und 17. November um 22:00 Uhr.

Australian Architecture: Living the modern

In Australien hat sich seit den 1950er-Jahren eine eigenständige Form der Architektur der Moderne weiterentwickelt, eine facettenreiche Tradition und Transformation einer "fortschreitenden Moderne". Der Katalog präsentiert diese kulturelle, orts- und klimaspezifische Architektur anhand ihrer Wohnbauten. 240 Seiten.

Hrsg. von Claudia Perren und Kristien Ring.
Lektorat/Korrekturlesen: Ginger A. Diekmann. Erschienen September 2007, Englisch.

Ausstellung: Deutsches Architektur Zentrum, Berlin 12.9.–11.11.2007

Survival of the Idea – Failure of the Object. Sketches and Projects 1991–2007

Der Bildhauer Damián Ortega hat für diese Publikation eine Auswahl von Zeichnungen zusammengestellt, mit denen er Skulpturen und deren räumliche Installationen konzipiert hat. Er fasst diese Zeichnungen und Entwürfe unter den Titel Supervivencia de la Idea, also das Überleben der Idee, zusammen. Damit wird deutlich, dass Damián Ortega dem Medium Zeichnung, hier im Besonderen den Entwürfen für monumentale Inszenierungen, eine große, wenn nicht gar größere Bedeutung zuspricht als den ausgeführten Werken.

Von Damián Ortega.
Lektorat und Korrekturlesen: Ginger A. Diekmann. Erschienen September 2007, Englisch/Spanisch.

Ausstellung: Preis der Nationalgalerie für Junge Kunst, Hamburger Bahnhof und daadgalerie, Berlin 14.9.–4.11.2007

Unvorstellbar, Gefühle zu zeigen

Die Schriftstellerin Erica Fischer ("Himmelstraße") ist die Tochter von Holocaust-Überlebenden. Ein Gespräch über ihre zerrüttete Familie, die Angst vorm Scheitern und die Unfähigkeit zu lieben. Interview: Christina Bylow

Unvorstellbar, Gefühle zu zeigen: Berliner Zeitung, 13. Oktober 2007.

Schmutz. Eine Bestandsaufnahme

Schmutz ist überall: in der Luft, in der Erde, im Wasser, auf der Straße, in der Wohnung und in uns. Wir hegen starke Gefühle gegen ihn, tun alles, um ihn zu beseitigen - keimfrei, lupenrein, porentief. Und doch kommt er immer wieder, nicht zuletzt durch uns selbst. Schmutz ist Dreck, Abfall, Ausscheidung. Schmutz stinkt, klebt, fault. Und gleichzeitig sind wir insgeheim fasziniert von ihm. Schmutz ist das Gegenteil von Sauberkeit. Er stört unsere Ordnung, steht für Chaos, Krankheit und Verfall. Ist Schmutz eine Kehrseite der Zivilisation? Je sauberer desto zivilisierter?

Das Radio-Feature von Uta Rüenauver ist dem Schmutz auf der Spur - und seinen Liebhabern und Gegnern: Deutschlandfunk, 30. September 2007, 20:05 Uhr (Wiederholung von 2004).

Moomlatz oder Wie ich versuchte in Asien meine Unschuld zu verlieren

Frisch aus der israelischen Armee entlassen, beschließt Iris Bahr, nicht mehr Offizieren, sondern allein ihrer Libido zu gehorchen. Denn eines ist klar: Sie hat Nachholbedarf. Fern der Heimat, in Asien, will sie ihre Unschuld verlieren, und was bietet sich da besser an als die Leichtigkeit des 'Lonely-Planet'-Universums? Iris packt ihren Rucksack und wirft sich ins Getümmel - der Beginn eines turbulenten Unternehmens, an dessen Ende sie erkennt, dass es um weit mehr geht als ihre Entjungferung.

Von Iris Bahr. Lektorat & Redaktion: Ulf Geyersbach, Frederking & Thaler, September 2007

Lesetour im Oktober mit Iris Bahr und Nora Tschirner
(u.a. 9. Oktober 2007 in Berlin, Bar jeder Vernunft, 20 Uhr)

Prada, Pumps und Babypuder

Rebecca Bloomwood, verheiratete Brandon, ist selig. Sie und ihr Mann Luke erwarten ihr erstes Kind, und natürlich soll für den Nachwuchs alles perfekt vorbereitet sein. Strampelanzüge, Kinderwagen, Spielzeug - Rebecca ist im Kaufrausch. Doch ihr Glück wird getrübt, als sie erfährt, dass ihre höchst attraktive Geburtshelferin Venetia eine Exfreundin von Luke ist. Und die scheint wild entschlossen, ihr den Mann auszuspannen. Als Rebecca dann auch noch herausfindet, dass Luke Geheimnisse vor ihr hat, ist sie überzeugt: Er und Venetia haben eine Affäre.

Von Sophie Kinsella. Übersetzt von Isabel Bogdan und Monika Scheele Knight, Goldmann, September 2007

Spiegel Bestsellerliste Taschenbuch, 1. Oktober 2007: Platz 5

Freie Forscher statt Low-Budget-Academics

Im Jahr der Geisteswissenschaften hat das Bundesministerium für Forschung und Bildung einen Expertisenwettbewerb zum Thema Geisteswissenschafter/innen im Beruf ausgeschrieben. Als eine von 14 Studien hat die Jury die Expertise von Gabriele Gramelsberger und Kristina Vaillant ausgewählt. Gemeinsam untersuchen sie, ob sich das Modell der etablierten freien Berufe wie z. B. Journalist, Autor oder Künstler auch auf den Bereich der „Freien Forscher“ übertragen lässt. Mit ihrer Expertise „Freie ForscherInnen statt Low-Budget-Academics. Entwicklung eines (Berufs-)bildes ‚Freie ForscherIn’ an der Schnittstelle zwischen Universität und Gestaltungsöffentlichkeit“ wollen sie die Möglichkeiten und Bedingungen einer Infrastruktur und eines Marktes für freischaffende Forscher ausloten.

Projekt von Kristina Vaillant. Mehr Informationen

Das barrierefreie Museum. Theorie und Praxis einer besseren Zugänglichkeit

Indem sich Museen auf die Bedürfnisse älterer und behinderter Museumsbesucher einstellen, tragen sie in wachsendem Maße ihrem bildungspolitischen und gesellschaftlichen Auftrag Rechnung. Dieses Handbuch stellt die unterschiedlichen Fähigkeiten und Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen in Museen vor und präsentiert ausgewählte nationale sowie internationale Beispiele, in denen große wie kleine Museen erfolgreich Wege zur Barrierefreiheit beschritten haben.

Text "Museumsprogramme für Autisten" von Monika Scheele Knight, Transcript Verlag, August 2007

Kanada: Am Fluss der blauen Berge

Tosende Wasser und kalbende Gletscher. Tiefe Urwälder vor eisigen Gipfeln. Neugierige Bären - und dann auch noch schlechtes Wetter im August: Ein Bootstrip von Kanada nach Alaska.

Text von Katja Trippel. Geo Saison, Heft 07/ 2007

Naturkundemuseum: Altes in neuem Licht

Mit fast 30 Millionen Objekten besitzt das Museum für Naturkunde in Berlin eine Sammlung von Weltrang - nur dass dies Jahrzehnte lang kaum jemand zur Kenntnis nahm. Nun gehen die Wissenschaftler der Institution in die Offensive: Sie zeigen in erneuerten Ausstellungssälen, welche Kostbarkeiten sie hüten.

Text von Katja Trippel. Geo Magazin, Heft 07/ 2007

Heinz Halm

Welchen Fisch darf man noch essen?

In einer aufwändig recherchierten PDF-Tabelle empfiehlt GEO Fischarten für den ökologisch korrekten Einkauf. Und in einer Hintergrundreportage beleuchten Reporter die finstere Praxis des industriellen Fischfangs.

Text von Lars Abromeit, Torsten Hampel und Katja Trippel. Geo Magazin, Heft 06/ 2007

Englisch kochen

Von Fish’n’Chips, Roast Beef und Chicken Tikka Masala. Gerichte und ihre Geschichte.

Lisa Shoemaker geht der Frage nach, wie die englische Küche zu ihrem schlechten Ruf kam, und inspiriert zum kulinarischen Selbstversuch. Dabei stehen bekannte traditionelle Gerichte neben weniger bekannten: Roast Beef mit Yorkshire Pudding neben Lancashire Hotpot mit eingelegtem Rotkohl, Fish’n’Chips neben der Makrele mit Stachelbeersauce oder Aal in Apfelsaft. Und natürlich findet sich hier das Full English Cooked Breakfast, alles, was zum High Tea gehört, diverse Pies und Pickles sowie Weihnachtliches. Zur englischen gehört auch die fast vergessene walisische Küche, die mit Schweinefleisch an Bärlauch lockt, sowie die allgegenwärtige indische à la Chicken Tikka Masala.

Der Einschätzung des englischen Schriftstellers Somerset Maugham: »The only way to eat well in England is to have breakfast three times a day«, setzt dieses Buch über 100 köstliche Gerichte entgegen.

Von Lisa Shoemaker, Verlag "Die Werkstatt", Juni 2007

Pankaj Mishra: Der neue Orientalismus

"[...] Der angebliche Aufstieg Indiens in einer globalisierten Welt ist mittlerweile ein fester Bestandteil der Mythologie des Neuen Orientalismus. Die Modernisierung Indiens ist für große Teile der westlichen Medien und Intellektuellen zu einer Quelle nicht nur der Unternehmensprofite, sondern auch der existenziellen und ideologischen Selbstbestätigung geworden. Indien dient als Vorzeigebeispiel, wie man das westliche Freiheits- und Demokratieverständnis in einem armen Land der Dritten Welt etablieren kann. Diese Sichtweise missachtet nicht nur Indiens eigene demokratische Traditionen, sondern auch die qualvollen und oft tragischen Folgen der modernen Entwicklung für Indien. Die ethnische Gewalt in Kaschmir hat in den letzten anderthalb Jahrzehnten mehr als 80.000 Leben gekostet. Die weniger offensichtliche, aber ebenso vorhandene Gewalt in den nordöstlichen Bundesstaaten, die Selbstmorde tausender Bauern in den letzten fünf Jahren, die Umsiedelung von Millionen Menschen zum Bau großer Staudämme: all diese Katastrophen und Probleme können ebenso logisch erklärt werden, wie es in der europäischen Geschichte getan wurde. [...] Wir müssen Indien nicht nur mit neuen Augen ansehen, sondern auch lernen, unsere intellektuellen Reflexe und Annahmen zu hinterfragen, die sich aus zweihundert Jahren westlicher Dominanz der Welt herleiten. Im Zeitalter der Globalisierung gibt es tatsächlich keine dringendere und lohnenswertere Aufgabe als die Provinzialisierung des Westens."

Eröffnungsrede der Bonner Biennale 2006 (PDF)
Übersetzt aus dem Englischen von Monika Scheele Knight, Theater Heute, Juli 2006

Fußballdeutsch

All das ist Fußballdeutsch: Defensiv-Allrounder. Paarungsglück. Schußzonenoptimiert - doch was meinen die Wortblüten? Vergurgte Metaphern und haarige Neuschöpfungen, peinliche Eindeutschungen - neben Kommentatoren, Trainern, Reportern, Experten, Sportausrüstern ("fußgeniale Dämpfungssubstanz" von Nike) dankt die Welt die schillerndsten Stilblüten des Fussballdeutsch den Spielheroen höchstselbst.... freilich, es mußte nur gesammelt werden: Ulf Geyersbach hat's geschrieben, Allison Brown hat hinterletzte Details der Wortbrocken 'Task Force' und 'Matchworn' gewälzt, Till Hein hat unermüdlich als Probeleser gewerkelt - und keine eine Seite wäre entstanden ohne die größte ballhistorische Bibliothek nördlich von Gijon, deren Benutzung Manfred Kriener ermöglichte bei Tag und Nacht.

Von Ulf Geyersbach, Ullstein, März 2006

... Fußballdeutsch auf der Bühne und im Vortrag:
- 22. April, 21 Uhr, Oranienstraße, SO 36, gemeinsam mit O-Ton DJ Kurzpaß (Eintritt frei);
- 5. Mai, 20 Uhr, Brotfabrik Pankow-Weißensee (Eintritt 5 Euro).

... Fußballdeutsch im Vorabdruck: 'Dummy' (Fußball), und ein Seitenableger erscheint in '11 Freunde': 'WM 1942. Die vergessene Weltmeisterschaft' (demnächst an ihrem Kiosk)...

... Fußballdeutsch im Netz: ab dem 15. April 2006 unter www.fussball-deutsch.de (nebst Vorwort, Leseprobe, bedrohten Fußballwörtern) - woselbst ab Mai 2006 entsteht das erste vollklimatisierte, allseits begehbare WM-Wörterbuch 2006.

Let's Cook!

Kinderkochbücher gibt es zuhauf. Als ich aber vor ein paar Jahren eines für meine damals 12jährige Tochter Judith suchte, das über Pfannkuchen backen, Früchte-Spießchen und lustige Gemüsegesichter auf Stullen hinausging, stieß ich nur auf „Jugend kocht vollwertig“. Das war gut gemeint, doch voll daneben. Als das bei ebay ersteigerte Päckchen eintraf, mit leckeren Rezepten zu Steckrübenrohkost und Wirsingauflauf, erntete ich nur hochgezogene Augenbrauen. Ein Kommentar war unter Mademoiselles Würde.

Also mussten „coole“ Rezepte her, für Wraps, Pizza, Pasta, Chili, Burger, Salat & Gemüse (aber garantiert steckrübenfrei), mit Tipps und Erklärungen so abgefasst, dass meine Tochter sie ihren Freunden zeigen konnte, ohne sich vor Peinlichkeit zu winden. Ich habe mir Mühe gegeben.

Kalorien werden nicht gezählt (welche Tüte Chips wird nicht gegessen, weil die Kalorienzahl darauf steht?), auch sonst keine gesundheitsdienlichen Hinweise, dafür wird dezent immer mal wieder auf Tierhaltung und Bio-Anbau verwiesen (irgendwo muss sich meine missionarische Natur Luft verschaffen).

Ausprobiert worden sind alle Rezepte, mit Judiths Freunden, mit den jugendlichen Teilnehmern meiner Kochkurse, an den Mitgliedern der Textetage. Und im Großen und Ganzen gut angekommen, auch wenn ein hartgesottener journalistischer Kollege zum Gemüseauflauf meinte: „Das ist jetzt aber ein Mädchenrezept!“

Von Lisa Shoemaker, Gerstenberg, Februar 2006